Danke für das rege Interesse an unserer Gedenkstunde!

Nächstes Gruppentreffen: 20. Jänner 2020 um 20 Uhr

Treffen der Arbeitsgruppe „Vermittlungsprojekt“: 9. Dezember 2019 um 20 Uhr im Luxor.

Servitengasse 1938. Spurensuche in der Nachbarschaft

Der 9. Bezirk Alsergrund war nach dem 2. Bezirk jener Bezirk mit dem höchsten Anteil jüdischer Bewohner und Bewohnerinnen in Wien. Dennoch gibt es heute relativ wenige Plätze, an denen dieser Menschen erinnert wird. Das Projekt Servitengasse 1938 ist eine vom Bezirk Alsergrund unterstützte Initiative von Bürgerinnen und Bürgern die aktiv Erinnerungsarbeit leisten wollen.

Ziel des Projektes ist es, im Dialog mit den BewohnerInnen eine vielschichtige Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit in Gang zu bringen. Hierfür wurden in einem Forschungsprojekt die Schicksale der vertriebenen und ermordeten jüdischen Bewohnerinnen und Bewohnern einer ganzen Gasse - der Servitengasse - erforscht.

Wie die Recherchen zeigten, waren mehr als die Hälfte der BewohnerInnen zum Zeitpunkt März 1938 jüdischer Herkunft. Doch wer waren diese Menschen? Wo haben sie gearbeitet? Hatten sie Kinder? Ist ihnen die Flucht vor dem NS-Terror geglückt oder wurden sie im KZ ermordet? Gibt es Überlebende oder Nachkommen? Diese Fragen bewegen die Gruppe.

Das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus und der Kontakt zu Überlebenden stehen ebenso wie der Dialog mit den BewohnerInnen des Grätzls im Vordergrund der Aktivitäten. Eine Buch über die Forschungsergebnisse, ein Film über das Projekt, das Gedenksymbol in der Mitte der Servitengasse und mehrere Veranstaltungen sind Ausdruck dieses Bemühens.
Um andere ähnliche Projekte anzustoßen, kooperiert die Gruppe mit Schulen, steht im Austausch mit anderen Gruppen und vermittelt das Wissen auch an Volkshochschulen. In regelmäßigen Gruppentreffen werden die Schritte koordiniert und aktuelle Themen und Vorhaben diskutiert. Auch die Suche nach Überlebenden aus der Servitengasse wird fortgesetzt.