Wettbewerb

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Das Projekt "Servitengasse 1938 - Schicksale der Verschwundenen" erforscht die Lebensgeschichten und Schicksale der ehemaligen jüdischen Bewohnerinnen und Bewohner - es sind dies cirka 450 Menschen - aller 24 Häuser der Servitengasse im 9. Wiener Bezirk. Das Projekt, das 2004 aus einer Privatinitiative entstanden ist, hat es sich zum Ziel gemacht, den Ermordeten und Vertriebenen zu gedenken und die Erinnerung an sie durch ein sichtbares Symbol in der Öffentlichkeit und durch eine gemeinsame Erinnerungs- bzw. Vermittlungsarbeit in das Gedächtnis - nicht nur des Bezirkes einzuschreiben.

Ausgehend davon wurde in Zusammenarbeit mit der Universität für angewandte Kunst Wien ein zweistufiger Wettbewerb für Studierende sowie Absolventen und Absolventinnen durchgeführt. Ziel des Wettbewerbs war der Entwurf eines Gedenksymbols für den Servitenplatz. Gemeinsam mit dem Verein Servitengasse 1938 wurden Kriterien entwickelt, die beim Entwurf des Gedenksymbols Berücksichtigung finden sollten, wie etwa, dass die Namen aller Vertriebenen und Ermordeten aufscheinen sollen, oder dass es die Möglichkeit geben soll Steine zum Zeichen des Gedenkens abzulegen, wie dies im Judentum bei Gräberbesuchen üblich ist.
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Julia Schulz, Ulla Rauter und Guido Kunert bei der Präsentation der Siegerprojekte am 25. April 2007.
Aus den insgesamt 23 Eineichungen wurden nunmehr von einer renommierten Fachjury drei Siegerprojekte ausgewählt. Der erste Platz, dotiert mit 1.500 Euro ging ex aequo jeweils an die Projekte von Julia Schulz und Ulla Rauter, den dritten Platz belegte Guido Kunert.

Julia Schulz, Studentin der transmedialen Kunst bei Brigitte Kowanz überzeugte durch den Entwurf einer im Boden eingelassen begehbaren Glasvitrine, in der alte, gebrauchte Schlüsseln mit emaillierten Namensschildern der ehemaligen Bewohner und Bewohnerinnen liegen.

Ulla Rauter, ebenfalls Studentin bei Brigitte Kowanz zeigt mit ihrer begehbaren Klanginstallation "Namen, die nicht verhallen" eine künstlerisch-ästhetisch gelungene Umsetzung des Gedenksymbols.

Guido Kunert, Student der Bildhauerei bei Erwin Wurm, wählte für seinen Entwurf die versetzte Anordnung von verspiegelten Stelen aus, auf denen sowohl die Namenslisten der Vertriebenen und Ermordeten als auch erklärende Texte zu lesen sind.

Der Verein Servitengasse 1938 - Schicksale der Verschwundenen hat sich nun entschlossen, das Projekt von Julia Schulz zu realisieren.

Competition

From the beginning, a central concern of the project members was to commemorate those people from the Servitengasse who had been murdered and driven away through a visible symbol in public space.

In co-operation with the Vienna University of Applied Arts, a two-stage competition was held in the winter semester 2006/7 to design a commemorative symbol. Together with the Servitengasse1938 project group, guidelines were developed for the memorial's design, for example that it should include all the names of the victims of the Nazi regime, or that it should provide the opportunity for placing stones, as is traditional on Jewish gravestones.

From a total of 23 entries, three winning projects were selected by a professional jury. The first place, which came with a prize of EUR 1,500, went ex aequo to Julia Schulz and Ulla Rauter. Third place went to Guido Kunert.

Julia Schulz, a transmedia art student in Brigitte Kowanz's class, convinced the jury through her design of a glass case set into ground that can be walked over, in which there are old, used keys with engraved nametags bearing the names of former residents of the street.

Ulla Rauter, also a student of Brigitte Kowanz, demonstrated a successful artistic and aesthetic realisation of the task with her walk-in sound installation "Names that never fade".

Guido Kunert, a sculpture student in Erwin Wurm's class, chose an off-centre arrangement of mirrored pillars bearing a list of names of the victims as well as explanatory texts for his design.

The group Servitengasse 1938 realised the project by Julia Schulz.
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